kafka vs. kavka
als ich letzte Woche mit freunden (oder sagen wir lieber bekannte) im irish pup saß, sprachen wir kurz über die bücher kavkas. Das klang dritte erstmal recht intellektuell. zugegeben fällt es auch schwer nur beim hören zwischen kafka und kavka zu unterscheiden. nicht der alte franz hatte es uns angetan sondern markus.
vor einiger zeit hatte ich hier bereits über “elektrische zahnbürsten” geschrieben. dabei handelt es sich um die sammlung der von markus kavka verfassten zeit – kolumnen. großartige sammlung. “super buch fürs klo” bekam ich von jemanden zu hören, dem ich es verliehen hatte. allerdings hab ich letztens (ich glaube es wurde in einem küchenradio podcast diskutiert) gelernt, dass der die bezeichnung “klo-lektüre” auch als qualitätsmerkmal verstanden werden kann.
das neue buch heißt hamma wieder was gelernt: über das erwachsenwerden. in dieser wunderbare lektüre spricht markus kavka übers aufwachsen in bayern, interviews mit quentin tarantino, nervigen privatradio moderatoren und natürlich musik, bzw. musikvideos. als inzwischen 40 jähriger bei einem “jugendsender” wie mtv zu arbeiten ist wohl auch eine gewisse art von generationenkonflikt. er verspricht uns aber hoch und heilig, dass wenn er als rentner immer noch da moderiert. wir ihn von seinem zivi aus dem kamerabild schieben lassen können. – na gut. wenn er in rente ist, gehöre ich wohl auch nicht mehr zum zielpublikum bei mtv; ergo müssen andere ihn rausschieben lassen.
das buch kann ich euch nur wärmstens ans herz legen. stellt sich jetzt halt nur noch eine frage:
welcher generationskonflikt ist interessanter? der zwischen kafka und seinem vater, der uns wohl alle während des deutschunterrichts gequält hat, oder der generationskonflikt eines 40jährigen (ich muss das alter hier so oft erwähnen weil er in seinem buch dass auch so oft macht), der als moderator für einen sender arbeitet, dessen zuschauer im schnitt nur halb so alt sind wie er.
ich plädiere definitiv für die zweite variante. allerdings sind beide besser als die der konflikt zwischen jung und alt, über den letzten sonntag wieder fleissig bei anne will diskutiert wurde. nein wir (generation u30 )bekommen wohl keine rente mehr, dass wissen wir jetzt. aber trost am rande: kafka hat auch nix bekommen (ist ja gerad mal 40 jahre alt geworden) und kavka muss sich wohl auch noch 30 jahre beschäftigen, bevor er die hand aufhalten kann.
in diesem sinne. frohes lesen,
gruß brs
