kinokritik zu münchen

8. February 2006 um 12:15 am | in diverses |

“viermal münchen” hieß es heute nicht am bahnhofschalter oder beim check-in, sondern an der cineplex kasse. ich hatte letzte woche schon die kritik in der welt gelesen und wollte mir das geld eigentlich sparen. aber heute war ja kinotag und selber urteilen ist immer besser.

die story ist denk ich mal bekannt. ein agent bekommt den auftrag eine gruppe von fünf leuten anzuführen, die drahtzieher des attentats bei der münchener olympiade umzubringen.

meiner meinung nach hätte den vorgespielten realen bezug des films weglassen können. das attentat von wird kaum beleuchtet und stellt nur die rechtfertigung für die mordaufträge der mossad - agenten da. die umgekommenen israelischen sportler werden zwar namenhaft alle erwähnt, allerdings wird sonst null bezug zu ihnen aufgebaut. als es zum show down am flughafen kommt, wo israelis und palästinenser starben, wurde in die wohnzimmer der angehörigen der palästinenser geschnitten. die sportler und deren familien sind da wohl nebensache…
israelis kamen im film nicht sehr gut weg. die rede ihrer ministerpräsidentin (ich glaube es sollte golda meir darstellen) hatte teilweise den charakter einer . alles mit dem holocaust zu rechtfertigen ist auch nicht im sinn der sache und ich wohl auch nicht im sinne des landes .
interessant wurde der film für mich erst nachdem der anfüher heimkehrt und die angst um seine familie zum vorschein kommt. leider ist der film da schon so gut wie vorbei.

insgesamt ist zwar durchaus ein bezug zum aktuellen weltgeschehen zu erkennen, aber das macht aus “münchen” noch keinen guten film. auch wenn die schauspieler ihre rollen gut spielen, schaffen sie es nicht über die schwache story hinweg zu täuschen. schön aber kurz war es, mal wieder meret becker auf der leinwand zu sehen. etwas weniger blut hätte im film auch völlig ausgereicht.

gruß brs







2 Comments »

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  1. Ich fand den Film nicht ganz so schwach. Meiner Meinung nach ist es durchaus legitim, ein historisches Ereignis als Aufhänger einer fiktiven Handlung zu wählen. Ganz so einseitig empfand ich die Darstellung der Israelis nicht, da doch gerade bei den Mitgliedern der Vergeltungstruppe immer wieder die Frage nach der Legitimierung ihres Tuns aufkommt sowie die inneren Konflikte und schleichende Paranoia glaubhaft dargestellt werden. Spielberg hat einen Film gedreht, der so gar nicht der amerikanischen Erwartungshaltung entspricht, klar zwischen Gut und Böse zu trennen. Im Gegensatz zu etwa “Schindlers Liste” wird der Zuschauer nicht an die Hand genommen, sondern mit seinen Fragen alleine gelassen. “München” ist somit eher ein europäischer Film. Und gerade das fand ich, bei aller Dramatisierung und drastischen Zuspitzung (Flashbacks zu nicht selbst erlebten Szenen während des Sex mit seiner Ehefrau, Nahaufnahmen bei Hinrichtungsszenen), zeichnet diesen Film aus. Er kann und will keine Dokumentation sein.

    Comment by hyperpuschel — 8. February 2006 #

  2. vielleicht ist es falsch rübergekommen. ich meinte jetzt auch eher die israelische führung, als die mitglieder der vergeltungstruppe. die aufkommenden zweifel innerhalb der truppe waren doch oftmals schnell wieder erloschen und hatten auch keine konsequenzen in deren handeln zur folge. alle blieben der anfänglichen spur treu und töteten fleissig die angeblichen drahtzieher fleißig weiter (zweifel hin oder her). zwar fehlte die klare trennung zwischen gut und böse wie wir es aus hollywood kennen, allerdings wurden beide seiten zu oberflächlich dargestellt, sodass dem zuschauer zu wenig geboten wurde, um sich wirklich ein bild machen zu können. wie man zum immerwährenden konflikt zwischen israel und seinen gegnern auch stehen mag, der film gab mir keine neuen denkanstöße oder blickwinkel dazu. und wenn es spielberg um die darstellung der inneren konflikte ging, war die profilierung der charaktere, wie schon gesagt, zu oberflächlich.

    Comment by breskeby — 8. February 2006 #

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