Archive for Juni, 2006

der Ragower Schloss-Park

Donnerstag, Juni 15th, 2006

Der generalüberholte Ragower Schlosspark ist der ganze Stolz des Dorfes:

die Übersichtskarte am Eingang des Parks:

Informationstafeln informieren die Besucher des Parks über ortsansässige Flora und Fauna:

weitere Eindrücke:

Überreste eines abgebrannten Baumes als Rastplatz im Park:

Das Ragower Schloss

Donnerstag, Juni 15th, 2006

Ein paar erste Fotos auf der Seite vom Ragower Schloss:

Frontansicht:

Der Turm des Schlosses:

Es folgen noch einige. Versprochen ;-)

Allgemeine zur Geschichte des Dorfes

Mittwoch, Juni 14th, 2006

Ragow ist als Strassenangerdorf angelegt worden. Die Straße von Beeskow aus zieht sich in gerader Richtung von West nach Ost durch die Ansiedlung hindurch. Der Dorfanger ist durch Abzweigung einer zweiten Strasse, die parallel zur Hauptstraße verläuft und kurz vor dem Ortsausgang wieder in die Hauptstraße führt entstanden. Auf dem Dorfanger befanden sich die Schmiede(Abriss 1978), die Kapelle (später Kirche) mit dem Kirchhof als Begräbnisstätte, das Küster- oder Kantorhaus (später Schule) mit dem dazugehörigen Garten, später noch ein Gasthof (alte Lehmanns Haus).
Am Ortseingang wurde der Rittersitz errichtet, das sogenannte “Weiße Haus”(Abriss 1984). Die Feldmark war 26 Hufen gross, die von 18 Bauern bewirtschaftet wurden. Hinzu kamen noch 11 Kossättenhöfe und einige Häuslerstellen. Diese Größen wurden noch 1518. Aus dem Jahre 1438 gibt es eine Erwähnung des Ortes bei einer Grenzfestlegung zur Herrschaft von Beeskow.
1577 wurde das Ragower Gutshaus(weisses Haus) als eines der besten Steinhäuser im Kreis erwähnt. Um diese Zeit hatte der Rittersitz nur zwei Hufen.Mit den während des Krieges 1618-1648 dazugenommen 26 Bauernhufen und 2 Pfaarhufen war der Junker nun Grossgrundbesitzer. Im Dorf gab es nur noch sechs Kossätten und einen Häusler, keine Bauern mehr. Bei der Bestandsaufnahme nach dem 30-jährigen Krieg(dem “Landreiterbericht” von 1652) wird Ragow als “total wüst” bbezeichnet. Alle Bauernhöfe hatte der Junker eingezogen. Auch 1778 wird kein Bauer erwähnt, nur 15 Kossätten, 2 Pachtschäfer und 12 Häusler, 1 Schmied, 1 Wassermüller, 1 Schneidemüller, 1 Schneider. Die Mühlen befanden sich an der Schlaube (Ragower Mühle). Die Ragower Mühle liegt dort, wo der alte Weg von Mixdorf nach Kaisermühle die Schlaube quert. Sie wurde 1600 erbaut. Das letzte Mehl wurde 1952 gemahlen. Geschrotet wurde noch bis 1968.

Im Jahre 1805 hatte Ragow:

  • 18 Ganzkossätten
  • 11 Einlieger
  • 1 Rademacher
  • 1 Schmied mit Krug
  • 1 Förster mit 375 Morgen Holz
  • 1 Fischerhaus am Karauschsee
  • 6 Morgen Weinberge
  • die Ragower Ablage
  • die Wassermühle bei Mixdorf
  • Insgesamt: 32 Feuerstellen mit 231 Menschen auf 372 Hufen Land
  • 1857 wurden 2000 halbveredelte Schafe mit Merz zusammen gehalten. Das Dorf selbst wurde nach dem 30-jährigen Krieg in der alten Form wieder aufgebaut. Die Form des Dorfes hat sich bis heute nicht wesentlich verändert

    Besonderheiten des Wetters

    Mittwoch, Juni 14th, 2006

    975 - sehr kalter Winter
    983 - große Hitze, Dürre
    987 - große Winde
    988 - heiß, dürr, wenig Früchte
    992 - harter Winter, 17 Juni noch Eis
    994 - harter Winter, danach heißer Sommer
    1009 - kalter Winter
    1020 - harter Winter, danach viel Wasser
    1076 - kalter Winter
    1081 - Erdbeben in Deutschland
    1124 - stürmisches Frühjahr, großes Sterben(1/3 der Menschen)
    1135 - heißer Sommer, Teiche, Seen trockne aus
    1221 - nasser Sommer, viehisches Sterben
    1236 - gelinder Winter
    1259 - Sturmwind zerbrach Häuser und Bäume
    1263 - Dürre
    1334 - großer Schneefall, der viele Bäume erdrückte
    1335 - starker Sturm
    1337 - Heuschreckenplage
    1341 - kalter Winter
    1345 - Erdbeben
    1399 - ist ein solch kalter Winter gewesen, dass man auf der Ostsee
    von Lübeck bis Strahlsund und bis nach Dänemark zu Fuß hat gehen können
    1416 - schwere Seuche
    1420 - warmer Winter, dass die Bäume blühten
    1425 - weicher Winter, dass sogar die Pfirsichbäume blühten
    1440 - kalter Winter
    1467 - nasser Sommer
    1473 - heißer Sommer
    1478 - gelinder Winter
    1491 - grausames Viehsterben
    1496 - Hochwasser der Oder
    1502 - Raupenschaden
    1504 - grausame Hitze
    1513 - kalter Winter
    1515 - Hochwasser in der Spree
    1518 - große Hungersnot
    1531 - dürres Jahr
    1534 - Wassermangel
    1540 - heißer Sommer, Waldbrände
    1542 - Heuschreckenplage
    1565 - kalter Winter
    1577 - Ostern blühten die Kirschbäume
    1590 - Maifrost
    1596 - Krankheit(Pocken)
    1680 - grimmige Kälte
    1719 - am 19. Mai fiel starker Hagel, der eine Mißernte zur Folge hatte
    1737 - konnte wegen großer Nässe im Herbst nichts bestellt werden
    1740 - schwerer Winter, Missernten, Hungersnot
    1752 - Heuschreckenplage
    1771 - im März kam der Winter wieder
    1785 - hatte der Winter bis 14 Tage nach Ostern gedauert.
    1837 - harter & kalter Winter
    1886 - starke Gewitter & Regen
    1891 - 22. Juli Hagelunwetter - häuser stürzten ein!
    1904 - 20. & 21.April heftiger Schneesturm
    1929 - “Sibirischer Winter” bis -34°Celsius
    1930 - im Juni begann schon die Ernte
    1934 - von Mai bis August kein Regen
    1935 - Nachtfrost im Mai
    1943 - am 20. August +39°C
    1947 - kalter Winter
    1952 - 11. Juli +38°C
    1965 - starke Schneefälle
    1969 - viel Schnee und starke Verwehungen
    1978 - Silvester ohne Strom / kalter Winter
    1992 - Thermometer zeigt am 8.August +38°C
    1994 - wärmster Sommer des Jahrhunderts
    1995 - Schneefall im Merz
    1996 - kalter Jahresanfang

    Sprache

    Mittwoch, Juni 14th, 2006

    Auf Grund der vorhandenen slawischen Flurnamen ist anzunehmen, dass früher auf dem Gemeindegebiet Ragow slawisch gesprochen wurde. Die slawische Sprache war in verschiedenen Einzelsprachen untergliedert, die sich, ähnlich den Dialekten, in den jeweiligen Gebieten auch mundartlich unterschied. Im Gebiet westlich der Oder/Neiße herrschten ober- und niedersorbische Sprachbeziehungen vor. Im Amt Beeskow-Storkow wurde noch bis ins 15. Jahrhundert hinein sorbisch gesprochen, denn die Kirche stellte um diese Zeit Pfarrer ein, die der sorbischen Sprache mächtig sind.

    Entwicklung der Gemeinde

    Mittwoch, Juni 14th, 2006

    Erstmal wird das Dorf Ragow 1344 als “Rogow” und 1491 als Rago erwähnt. Die Dorfer Ragow und Merz zählten in den Ämtern Beeskow und Storkow um 1610 zu den nur sechs deutschen Dörfern und fünf deutschen Kirchen(spätmittelalterliches rechteckige Feldsteinbauten), erklärbar aus der Nachbarschaft dieses Kirchensprengels zum eingedeutschten Lebuser Land.
    Sehr oft, besonders im 18. Jahrhundert, wechselte die Herrschaftszugehörigkeit des Angerdorfes Ragow mit dem Gut.
    Im Jahre 1393 erfolgte durch Johann von Biberstein die Schenkung von Zins in Ragow an die Stadtkirche, das Hospital und die St.Nikolauskapelle von Beeskow. Ragow war schon im ausgehenden
    Mittelalter in der Hand der Familie von Stremmen.1528 erwarb sich die Familie von Stremmen das Gut Oegeln, das seit 1486 einer von Hake besaß.
    Von 1528 bis 1577 befand sich Ragow und Oegeln im Besitz der Familie von Stremmen. 1577 verkaufte Hans von Stremmen an den Amtshauptmann von Lebus, Georg von Rohr, aus der im mittelmärkischen begüteten weitverzweigten Familie, beide Güter, da schon sein Vater in schwere S Schulden geraten war
    Die Güter gehörten schon damals zu den besten des Kreises, waren reich mit Fischereirechten in 6 Seen und der Spree, Schäfereien, Wiesen, Holzrechten, Mühlenrechten und gutem Acker ausgestattet. Ragow besaß ein großes massives Gutshaus, damals eine Seltenheit Der Kaufpreis betrug 14300 gute Taler. Im Jahre 1626 wurden die Güter unter die 7 Söhne des von Rohr geteilt, und zwar so , dass sieben Lose gebildet wurden, nachdem der Gutswert auf 24500 Taler festgesetzt war:

    1. Los - ein halbes Dorf Ragow mit dem Rittersitz und der Hälfte aller Nutzungen und Rechte, 10000 Taler.

    2. Los - die andere Hälfte von Ragow, mit einem Platz zur Erbauung eines neuen Rittersitzes, 8000 Taler.

    3. Los - das ganze Dorf Oegeln mit Rittersitz und allen Pertinenzen, 6000 Taler.

    4. Los - das Freihaus in Beeskow, 500 Taler.

    5. - 7. Los - je 3500 Taler bar.

    Die Erloser der Gutsanteile hatten den anderen soviel bar auszuzahlen, dass jeder bruder 3500 Taler aus der Erbschaft erhielt.
    Zu Jeder der beiden Ragower Hälften kamen 4 Zweihufner, 4 Einhufner und 6 Kossäten und die Hälfte der Gerichte und Nutzungsrechte
    Es gibt aus dieser Zeit und auch später hier eine Anzahl so genauer Gutsbeschreibungen wie sonst nirgendwo im Kreise. Der älteste Bruder, Georg von Rohr, übernahm die erste Kawel von Ragow, Hans Adam die zweite, ohne Rittersitz, Ehrenreich bekam Oegeln und Wolf das Haus in Beeskow.
    Mancherlei Streitigkeiten herrschten in der Folge zwischen den Besitzern der beiden Anteile von Ragow, 1661 war noch kein zweiter Rittersitz gebaut, wohl aber 1672.
    Damals war der schöne alte Rittersitz nach dem Kriege wieder wohl imstande, ebenso die Mahlmühle und eine ganz neue Schneidermühle. An Untertanen war aber nur ein Kossät vorhanden, alle anderen waren hoch wüst, zwei der Bauerstellen waren zu den neuen Anteil geschlagen. Dessen Rittersitz war nur sehr bescheiden; ein kleiner Fachwerkbau und noch nicht fertig. Auch hier waren alle Untertanen bis auf einenn Einhufner wüst. Dieser neue Anteil wurde 1672 abermals unter drei Brüder von Rohr verteilt, der erste Anteil mit dem neuen Rittersitz fiel dem Christ Sig. v. Rohr, der zweite mit dem Recht zur Erbauung eines weiteren Rittersitzes, wozu der Erloser frei Bauholz erhielt, dem Joachim Ernst v. Rohr. Der dritte 815 Taler, die aus den beiden neuen Kawelen auszuzahlen waren, fiel dem Hans Balth v. Rohr zu.
    Auch der alte Anteil wurde damals von mehreren Mitgliedern gemeinsam genutzt. Dauernd waren Geschwisterin großer Anzahl aus den Gütern auszuzahlen, so dass ein Teilungsvertrag auf den anderen folgt, nicht zum Vorteil der Güter.
    So waren z.B. 1688 acht Erben für ein Drittel des alten Rittersitzes vorhanden. Oegeln dagegen war meist ungeteilt in einer Hand geblieben. 1712 war Ragow wieder im Besitz zweier Vettern, deren einer der Landrat des Kreises war.
    Damals gab es 3 Rittersitze im Dorfe, 18 Bauernhöfe und 11 Kossätenhöfe, die aber nur zum Teil bewohnt waren. Gleich darauf setzten die Gutsteilungen wieder ein. Um diese Zeit gelang aber einen der Besitzer von Ragow die Erwerbung von Merz. Dieses Gut besaß schon 1508 Friedrich von Burgsdorf aus den Hause Müllrose, einer hauptsächlich in der Mittelmark begüteten Familie.

    neues outfit für ragow.de

    Dienstag, Juni 13th, 2006

    hier gibts ab sofort alle neuigkeiten rund um die brandenburgische gemeinde ragow-merz. viel spass dabei